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Hannelore Werner

Text: Thomas Födisch - Foto: Michael Behrndt

* 17. Januar 1942 in Hürth-Hermülheim

„Die schnellste Blondine Deutschlands“, wie sie zu ihrer aktiven Zeit oft genannt wird, erringt damals unzählige Siege in der Formel Vau, Formel 3, Formel 2 und bei 24-Stunden-Rennen. Als Kind, im Alter von vier Jahren, kommt Hannelore Werner direkt nach dem Krieg nach Fürstenau (bei Osnabrück). Als junges Mädchen, mit 15 Jahren, muss sie die Stadt wieder verlassen. Ihr Vater bekommt eine Arbeitsstelle in Köln. „Als wir von Fürstenau weg sind, habe ich geheult wie ein Schlosshund. Ich wollte nicht weg. Später bin ich immer wieder gerne zurückgekommen. Irgendwie hänge ich mein ganzes Leben lang an der Stadt“, sagt Hannelore Hennerici, wie sie nach ihrer Heirat 1979 heute heißt. Als sie noch als Hannelore Werner in den 60er- und 70er-Jahren von Sieg zu Sieg bei Autorennen eilt und in ganz Deutschland bekannt und beliebt ist, wohnt sie zwar nicht mehr in Fürstenau, fühlt sich aber immer noch als Kind der Stadt.


"Die fresch grinsende Blondine"

Das Interesse am Motorsport besteht auch heute noch bei Hannelore Hennerici, mehr als 40 Jahre nach Ende ihrer Karriere: „Natürlich verfolge ich noch Autorennen, das lasse ich mir nicht entgehen. Meine ganze Familie ist rennsportbegeistert. Ich bin vor wohne jetzt in der Nähe des Nürburgrings. Das passt doch gut.“ Immer wieder blickt sie gern auf ihre aktive Zeit als Rennfahrerin zurück. Heute wäre es wohl nicht mehr möglich, sagt sie, dass eine Frau die männlich dominierte Autorennszene aufmischt, denn: „Der Rennsport von heute hat sich im Vergleich zu früher komplett verändert. Es sind zwar auch heute noch Frauen vertreten. Aber es gibt kaum welche, die solche großen Erfolge hatten wie ich damals. Es war eine wunderschöne Zeit für mich.“
1979 heiratet sie den Wohnwagen-Fabrikanten und Rennsport-Mäzen Günther Hennerici, aus der Ehe gehen drei Kinder hervor, einer der Söhne wird später Leiter eines Rennstalls. Ihr Mann stirbt im Jahr 2000.

In der Autorennsport-Szene hinterlässt Hannelore Hennerici-Werner bis heute einen nachhaltigen Eindruck. Es kursieren viele Anekdoten über sie und ihre Karriere, zum Beispiel die, wie sie dem schon jubelnden Formel-V-Piloten Helmut Bross 1967 im belgischen Zolder mit einem haarsträubenden Manöver auf der Zielgeraden den sicher geglaubten Sieg raubt. „Das Weib fährt jenseits von Gut und Böse“, äußert sich der Rennfahrer damals hinterher.

Der renommierte Motorsportjournalist und ehemalige Rennfahrer Rainer Braun aus Much im Rheinland erinnert sich heute: „Zu Formel V-Zeiten, 1967/68, musste ich mit Hannelore wilde, hochdramatisch Kämpfe ausfechten. Sie hat mich oft genug blamiert beziehungsweise zur Weißglut gebracht.“ In einem Rennsport-Magazin heißt es über diese Zeit: „So mancher Blamierte stand nach einem Rennen wie ein begossener Pudel neben der frech grinsenden Blondine auf dem Podest.“